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Temporäre Kunsthalle Berlin

Vortragsreihe mit Seminaren zur
„Raumproduktion in der Berliner Republik“


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Auslobung eines Preisgeldes zur Beantwortung der Frage:
WAS IST RAUMPRODUKTION DER BERLINER REPUBLIK?


Die Ausloberin erhofft sich Beiträge zum philosophischen, soziologischen und kulturwissenschaftlichen Metadiskurs zur Raumproduktion, die sich gleichzeitig auf architektonische Phänomene und Situationen der Berliner Republik beziehen.

Der Begriff Berliner Republik bezieht sich nicht nur auf die Stadt Berlin, sondern im Gegensatz zur Bonner Republik auf die Zeit seit 1989, bzw. seit dem Hauptstadtbeschluss von 1991. Raumproduktion der Berliner Republik beinhaltet also auch Phänomene in ländlichen Gebieten, anderen Städten, sowie übernationale Phänomene, die unsere Verhältnisse beeinflussen.

Die Akademie c/o geht von einem weiten Architekturbegriff aus, dessen Grundüberzeugung lautet, Architektur ist das Ordnen von sozialen Beziehungen durch Gebautes.

Zur Beantwortung dürfen maximal 15.000 Zeichen verwendet werden und maximal zwei Abbildungen im Format DIN A5. Text in deutscher Sprache.

Die Teilnahmebedingung ist voraussetzungslos.

Es wird ein Preisgeld von insgesamt 3.000 Euro vergeben. Ein erster Preis von 2.000 Euro, ein zweiter und ein dritter Preis von je 500 Euro.

Jurymitglieder sind Arno Brandlhuber, Silvan Linden, Anh-Linh Ngo und Christian Posthofen.

Einsendeschluss ist der 16. Oktober 2010. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Einsendungen sind als PDF oder Word-Dokument zu richten an: mail@akademie-co.org. Die Einsender willigen in die Veröffentlichung der Beiträge auf der Webseite der Akademie c/o sowie in Printmedien ein.

Weitere Informationen finden sich unter www.akademie-co.org.


Archiv

16. März 2010, 19.00 Uhr
Brigitte Franzen und atelier le balto:
Zur aktuellen Landschaftstheorie


Was ist eine schöne Landschaft? Diese oder ähnliche Fragen werden in einem disparaten Feld verhandelt, das zwischen ästhetischer Theorie und praktischer Gestaltung, Kunst und Architektur, Film und Cultural Landscape Studies angesiedelt ist und zudem zwischen Expansionsdrang und Umweltschutz changiert. Unser heutiger Bezug zur Stadt hat darüber hinaus vielerlei Begriffe von Landschaft hervorgebracht. In jedem Fall handelt es sich um einen kulturell codierten Begriff, der sich durch globale Bildwelten und Ästhetiken immer mehr auszudifferenzieren und gleichzeitig zu vereinheitlichen scheint. Wie gehen Landschaftsarchitekten wie atelier le balto mit dieser Situation um? Wie sehen aktuelle Gestaltungskonzepte von Landschaften insbesondere im Umfeld von Kunsthäusern aus? Und nicht zuletzt: Wie verknüpfen sich hier Landschaftstheorie und kuratorische Praxis?

Brigitte Franzen ist seit 2009 Direktorin des Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen. 2007 war sie Kuratorin der skulptur projekte münster 07, einem der wichtigsten internationalen Referenzprojekte für Kunst im Öffentlichen Raum. In ihren Forschungen befasst sie sich mit dem Verhältnis von Kunst und Landschaft und der zeitgenössischen Theorie der Landschaft. Zahlreiche Publikationen sind von ihr zu diesem Themenbereich erschienen. 2010 hat sie atelier le balto eingeladen, den Park des Ludwig Forum in Aachen neu zu gestalten.

atelier le balto sind die Landschaftsgestalter Marc Pouzol, Véronique Faucheur und Marc Vatinel, die seit mehr als 10 Jahren mit ihren ungewöhnlichen Projekten auffallen. Ihr Büro ist in Berlin und Le Havre situiert. Eine Besonderheit der Arbeit von atelier le balto liegt in der Gestaltung der Gärten von Kunst- und Kulturinstitutionen, wie z.B. der Jardin Sauvage am Palais de Tokyo in Paris, der Garten der Kunst-Werke in Berlin oder der Garten von Frac Lorraine in Metz. Zur Zeit arbeiten sie u.a. an der Umsetzung von Projekten für die Villa Romana in Florenz und das Ludwig Forum in Aachen.


Mittwoch 18. Februar 2009, 19.00 Uhr
Temporäre Kunsthalle, Schlossplatz, 10178 Berlin

„Zivilreligiöser Ritualwandel am Beispiel des Ehrenmals für die Toten der Bundeswehr im Hof des Verteidigungsministeriums.“ Eine Architekturkritik aus theologischer Sicht von Prof. Dr. Rolf Schieder, Theologische Fakultät der Humboldt Universität, http://www.religion-and-politics.de

Am Beispiel des zur Zeit in Bau befindlichen Entwurfs von Andreas Meck Architekten für das Ehrenmal der Bundeswehr behandelt die Vorlesung die Themen: Symbolsprache des Raumes, Rituelle Orte und Staatseigene-Zivilreligiöse Rituale. Das anschließende Seminar fragt nach der Dialektik von Bildregie und politischer Absicht.

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Raumproduktion der Berliner Republik
Vor 15 Jahren erschien Arch+ 122 unter dem polemisch zugespitzten Titel „Von Berlin nach Neuteutonia“. Darin zeichneten sich mit dem „Neuen Berlin“ und der „Berlinischen Architektur“ in architektonisch-urbanistischer Hinsicht die gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen ab, die später unter dem Begriff der „Berliner Republik“ subsummiert werden sollten. Im Heft fragt ein sichtlich irritierter Heinrich Klotz: „Wer macht das? Was sind das für Architekten? Was sind das für Politiker, die sich da formieren und uns ein solches Berlin der Zukunft anbieten, das ein Berlin der Vergangenheit ist.“ Nach 15 Jahren sind seine Fragen weiterhin aktuell. Denn angesichts des Versuchs der Remythologisierung der Berliner Architektur verschlug es selbst dem beredten Klotz damals die Sprache: „Architektur muss wieder tragen und lasten, Schwere muss wieder zum Ausdruck kommen und sogenannter „Charakter“ da sein. Das heißt, am Ende muss Macht sichtbar sein. […] Man könnte fast weinen. Es ist eine solche Hilflosigkeit darin. Es wird versucht Ausdruck und Bedeutsamkeit zu schaffen – und es bleibt einem das Wort im Halse stecken.“

Mit der neuen Veranstaltungsreihe „Raumproduktion der Berliner Republik“, die die „Akademie c/o Temporäre Kunsthalle Berlin“ in Kooperation mit Arch+ in den kommenden zwei Jahren durchführen wird, wollen wir uns aus dieser Sprachlosigkeit befreien. Der Titel dieser Vorlesungs- und Seminarreihe ist somit zugleich die zentrale Fragestellung der temporären Akademie, die vom Masterprogramm a42.org der Akademie der bildenden Künste Nürnberg und der Buchhandlung Walther König in Kooperation mit Arch+ initiiert wird.

Von einem politischen Erkenntnisinteresse geleitet, reflektieren eine Reihe namhafter Dozenten verschiedener Bereiche der Kulturwissenschaften unterschiedliche theoretische Modelle, die in den anschließenden Seminaren als Grundlage gesellschaftlichen Handelns diskutiert werden. In unmittelbarer Reaktion auf den besonderen Veranstaltungsort – die Temporäre Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz – behandeln Vorlesungsreihe und nachfolgende Seminare den übergeordneten Gesichtspunkt der „Raumproduktion der Berliner Republik“. U.a. sind folgende Dozenten vorgesehen: Gottfried Böhm, Hartmut Böhme, Helmut Draxler, Brigitte Franzen, Tom Holert, Helga Lutz, Rolf Schieder, Stefanie Wenner und Slavoj Zizek.

Die Akademie c/o hat eingeschriebene Teilnehmer, ist gleichzeitig aber öffentlich, d.h. jeder, der die Veranstaltungen der Akademie c/o besucht, ist in diesem Moment auch Mitglied der Akademie. Werden Sie Akademie-Mitglied und tragen sich online ein: http://www.akademie-co.org

Akademie c/o ist ein Projekt des Masterprogramms a42.org der Akademie der bildenden Künste Nürnberg (Arno Brandlhuber, Silvan Linden) und der Buchhandlung Walther König (Christian Posthofen) in Kooperation mit Arch+.

Akademie c/o wird gefördert von FSB.